154 PFAFF-Ballons mit acht Botschaften gegen den voreiligen Abriß

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Anläßlich des ersten Spatenstichs zur Revitalisierung des PFAFF-Areals, erwarteten wir am Freitag, den 04.11.2016 gemeinsam mit „Aktiven Bürgern für PFAFF“) alle geladenen Gäste mit einem rotem Transparent nebst der Aufschrift „Kein voreiliger Abriss!“.

Voreilig heißt für uns, dass Gebäude erst dann zurückgebaut werden sollten, wenn klar ist, wie die freiwerdenden Flächen nachgenutzt werden. Aufschluss darüber erhoffen wir uns von der z. Zt. erarbeiteten städtebaulichen Rahmenplanung.

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Ein solcher Abriß auf Vorrat sendet unserer Auffassung nach das falsche Signal. Demgegenüber ließen wir 154 rote Luftballons mit folgenden acht PFAFF-BOTSCHAFTEN in die Luft steigen:

01 Transparentes Verfahren!
PFAFF geht uns alle an! Die Entwicklung auf dem PFAFF-Areal darf nicht allein Politik und Investoren überlassen bleiben. Die Bürgerschaft muss sich aktiv einbringen können, der Dialog mit den Bürgern muss weiter laufen, ein Anwohnerbeirat genügt nicht! Alle Unterlagen und Gutachten (z.B. Boden und Grundwasser) müssen öffentlich zugänglich gemacht werden (Transparenzgesetz RLP).

02 Qualifizierte Planung!
Die beauftragten Planungsbüros ASTOC/MESS stehen für hohe Qualität und Professionalität in der Stadtplanung. Wir erwarten, dass die Ergebnisse des Bürgerdialogs (Kriterienkatalog) in den Rahmenplan integriert werden. Dieser Plan darf nicht in den Schubladen von Verwaltung und PEG verschwinden! Er muss durch den Stadtrat verbindlich als Basis für die weiteren städtebaulichen Strategien beschlossen werden. Städtebauliche Wettbewerbe von Planern und Investoren müssen folgen, deren Ergebnisse dann in formellen Bebauungsplänen

03 Sicherung & Erhalt wertvoller Bausubstanz!
Die umgehende Sicherung vor allem der denkmalgeschützten Gebäude (Pförtnerloge mit den Flügelbauten, Seebergerbau) vor Diebstahl und weiterem baulichen Verfall steht immer noch aus. Wann macht die PEG endlich eine umfassende Bestandsaufnahme des vorhandenen Gebäudebestandes, um die nötigen Sicherungs-und Erhaltungsmaßnahmen einschätzen zu können?

04 Kein voreiliger Abriß ohne Plan!
Das alte Denkschema der Verantwortlichen „Abriß-PlanierenV-erwerten“ muß ein Ende haben. Abriss und Rückbau sind erst dann sinnvoll, wenn in einer solider Entwicklungsstrategie Schritt für Schritt Konzepte entwickelt werden, diese „graue Energie“ durch neue Strukturen abzulösen. Eine bedarfsgerechte Nachnutzung und hohe gestalterische Qualität sind unabdingbar. Die überragende Fachkompetenz des Gestaltungsbeirates muß genutzt werden!

05 Schaffung eines urbanen Quartiers!
Pfaff bietet die einmalige Chance, die bisher isolierten Stadträume der westlichen Innenstadt durch die Öffnung und Revitalisierung des PFAFF-Areals zu einem neuen urbanen Stadtteil zu entwickeln. Vorhaben für Baugruppen bzw. bezahlbaren Wohnraum müssen gleichwertig mit den klassischen Investorenprojekten gefördert werden. Die PEG muß Baugenossenschaften und die BauAG schon jetzt als Akteure einbinden!

06 PFAFF-DNA sichern!
Der Rahmenplan von ASTOC/MESS zeigt, dass neben den Baudenkmalen Seebergerbau und Pförtnerloge mit den Seitenflügeln weitere Gebäude als prägende Zeugnisse der industriellen Kulturgeschichte wie als städtebauliches Grundgerüst erhalten werden sollten. Dieser wichtige Planungsansatz darf nicht verloren gehen – die PFAFF-DNA ist es wert, als Denkmalzone ausgewiesen zu werden!

07 Öffentliche Freiräume & Wege schaffen!
Im Gegensatz zur hochverdichteten Innenstadt bietet das PFAFF-Areal die Möglichkeit, in Form eines „PFAFF-Parks“ auszuweisen,denn der Bedarf an öffentlichem Grün in der Kernstadt ist enorm und der Stadtpark hat längst seine Belastungsgrenze erreicht. Neben dem Zugewinn an öffentlich nutzbarer Freifläche wird damit auch das Stadtklima nachhaltig verbessert. Die Verbindungsachsen in die umliegenden Quartiere müssen hochwertig geplant und entwickelt werden! Die Vorschläge der Rahmenplaner von ASTOC/MESS weisen den richtigen Weg.

08 Kultur – und Kreativwirtschaft integrieren!
Neben Gewerbe, Wohnen, Gesundheit und Technologie muss die Kultur – und Kreativwirtschaft zu einem festen Bestandteil im neuen „Gründerzeit“-Quartier PFAFF werden. Kein weiterer  städtischer Kulturbetrieb ist gefragt, sondern eine Vielfalt aus Ateliers, Werkstätten, Studios und Veranstaltungsräumen, die von Kreativen, Künstlern, Handwerkern zwischengenutzt oder an sie vermietet, verpachtet bzw. verkauft werden.

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